Gelungene Projektwoche der besonderen Art: Begegnung zwischen polnischer und deutscher Schulklasse
Dzień dobry, good morning, hello oder Hallo: Die Begrüßung zwischen der polnischen 8. Klasse der Szkoła Podstawowa nr 1 im. Juliana Rydzkowskiego und der 8e der Oberschule Marklohe am Montag war vielfältig. Ebenso das Programm der Woche: Kunst, Geschichte, Hauswirtschaft, Sport, Erdkunde sowie natürlich Englisch und Deutsch standen auf dem Plan.
Nachdem die polnischen Gäste das Wochenende in Berlin verbracht hatten, lernten sie am Montag ihre Partnerklasse, die 8e, kennen. Im Anschluss an die Begrüßung präsentierte diese ihre Schule und es folgten Kennenlernspiele, bei denen Sprachbarrieren keine Rolle spielten. Schnell hatte die 8e auch die polnische 8. Klasse mit ihrer Vorliebe zum Klassiker-Spiel „Die Reise nach Jerusalem“ angesteckt. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Pizzabacken sowie einem Mannschaftsspiel.
Am zweiten Tag besuchten die beiden Klassen die ehemalige Pulverfabrik in Liebenau, in der von 1939 bis 1945 ca. 20000 Männer und Frauen Zwangsarbeit leisten mussten. Nach einer kurzen Einführung in der Gedenkstätte folgte eine dreistündige Besichtigung des ca. 12 qkm großen Außenareals durch die Leitung der Gedenk- und Bildungsstätte Martin Guse. Nach dem gemeinsamen Mittagessen recherchierten die Jugendlichen selbstständig in den Archiven der Dokumentationsstelle.
Am Mittwoch ging es für die polnischen Gäste nach Bremen, um die berühmtesten Wahrzeichen der Hansestadt kennenzulernen.
Dass dieser Ausflug nicht gemeinsam durchgeführt wurde, wurde als einziger Kritikpunkt der SchülerInnen bei der Reflexion am Ende der Woche genannt.
Ihrer Kreativität durften die Jugendlichen am Donnerstag bei der Gestaltung von T-Shirts freien Lauf lassen. Diese wurden mit einem Logo der Freundschaft geplottet und mit Herznudeln und Farbe auf besondere Art verziert.
Die GastschülerInnen brachten sich immer wieder durch kleine Beiträge in das Programm ein. Sei es mit dem Logo für die T-Shirts, das sie bereits in ihrer Heimatstadt selbstständig entworfen haben, mit einem kurzen Video und Vortrag über ihre Heimatstadt Chojnice oder mit einem musikalischen Beitrag auf dem Klavier.
Nach dem künstlerischen Vormittag mit einer ergänzenden Sporteinheit wurde ein „Baum der Freundschaft“ mit der Kunst-AG an der Grundschule in Eystrup gepflanzt.
Am letzten Tag wurden alle TeilnehmerInnen im Nienburger Rathaus von der stellvertretenden Bürgermeisterin Bianka Röhrig empfangen. Diese freute sich über das Interesse der polnischen Gäste an der Stadt Nienburg und verteilte kleine Geschenke.
Dann hieß es Abschied nehmen – begleitet von vielen Umarmungen und ganz viel Dankbarkeit. Die polnische 8. Klasse und ihre beiden Lehrkräfte waren hellauf begeistert von dem Projekt, das dank des Erasmus-Programms kostenlos für sie war. „Alle sind so nett, wir haben viel erlebt und tolle Sachen gemacht.“ – Aussagen, die auf Englisch oder Polnisch mehrmals zu hören waren.
Auch die Klasse 8e blickt positiv auf diese besondere Projektwoche zurück. Ihre anfängliche Unsicherheit war schnell verflogen und die Verständigung auf englisch funktionierte besser als gedacht.
Die Organisatoren und Begleiter des Projektes Herr Bojarski, Frau Döring und Frau Heidorn sind sich ebenfalls einig – Das Eis war schnell gebrochen und die Ziele der Projektwoche „Stärkung von interkulturellen Kompetenzen, Förderung der deutsch-polnischen Freundschaft, Ermöglichung eines Einblicks in das Schulsystem sowie in die Kultur des Nachbarlandes“ wurden erreicht. Nun hoffen alle Beteiligten auf einen Besuch der 8e in Chojnice, um die Heimat der GastschülerInnen kennenzulernen und die Freundschaft zu vertiefen. Erasmus macht es hoffentlich möglich.